Bulgarisches Atomkraftwerk fällt nach Störfall längerfristig aus
Block VI des Kernkraftwerks Kozloduy in Nordwesten Bulgariens - einer der beiden funktionierenden Kernreaktoren, der durch einen Unfall im Kühlsystem der am 29. November zwangsabgeschaltet wurde, wird erst am 7. November wieder in Betrieb genommen.
Block VI des Kernkraftwerks Kozloduy in Nordwesten Bulgariens, einer der beiden Kernreaktoren des Landes, der durch einen Unfall im Kühlsystem der am 29. Oktober zwangsläufig abgeschaltet wurde, wird erst am 7. November wieder in Betrieb genommen.
Der neue Termin für die Inbetriebnahme wurde auf den 7. November um 22 Uhr festgelegt, also neun Tage nach dem Unfall. Einige Quellen vermuten, dass es sogar noch länger dauern könnte.
Der stellvertretende Energieminister Rosen Hristow besuchte das Kernkraftwerk am Dienstag und teilte mit, dass „nach zahlreichen Tests alle Analysen auf ein technisches Problem hinweisen, das derzeit behoben wird.“
„Die Ursache des Problems wird derzeit analysiert. Solange das Problem nicht behoben ist, wird die Anlage nicht in Betrieb genommen“, fügte der stellvertretende Energieminister hinzu und erklärte, es sei „das erste Mal, dass eine solche Störung in einem kürzlich reparierten Teil des Reaktors auftrete.“
Als Ursache für den Schaden wird bisher ein Wasserstoffleck im Kühlsystem angegeben, weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Die bulgarischen Behörden versichern, dass kein Gesundheitsrisiko bestehe. Der Unfall führt jedoch zu enormen Gewinneinbußen für den Staat. Bei einem durchschnittlichen Strompreis an der bulgarischen Börse von 175 Euro pro Megawattstunde in der letzten Woche betrug der Verlust etwa 4,2 Millionen Euro pro Tag.
Das bulgarische Kernkraftwerk verfügt über zwei in Betrieb befindliche russische Kernreaktoren mit einer Gesamtkapazität von knapp über 2.000 MW. Sie wurden 1987 beziehungsweise 1991 gebaut und sind vom sowjetischen Typ WWER-1000.
Bulgarien verfügt über zwei funktionierende Atomkraftwerke, die etwa 30 Prozent seines Stroms erzeugen. Das Land ist der größte Stromexporteur auf dem Balkan und in diesem Jahr der drittgrößte Nettoexporteur in der EU, wobei der Strom des Landes eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung der Energiesysteme der Nachbarländer spielt.
Vor kurzem kündigte Bulgarien eine öffentliche Ausschreibung für westliche Lieferanten von Brennstäben an. Das US-amerikanische Unternehmen Westinghouse und das französische Unternehmen Framatome haben Interesse bekundet, wobei beide bereits Brennstoff für ähnliche Reaktoren geliefert haben.
Es wird eine zügige Ausschreibung erwartet, um in kürzester Zeit Brennstofflieferungen mit Quellen zu sichern, die nicht mit Russland verbunden sind.