Bulgarien will Bauern-Ärger über ukrainische Agrarimporte mit Subventionen beschwichtigen
Bulgariens geschäftsführende Regierung hat die lang erwarteten Mittel in Höhe von 150 Millionen Euro ausgezahlt. Damit sollen die Landwirte für die negativen Auswirkungen der Einfuhr ukrainischer Agrarprodukte entschädigt werden.
Bulgariens geschäftsführende Regierung hat die Auszahlung von Agrarsubvention in Höhe von 150 Millionen Euro versprochen. Damit sollen die Landwirte für die Auswirkungen des Imports ukrainischer Agrarprodukte entschädigt werden.
Die Landwirte sollen Subventionen bis zum 15. Mai erhalten, was mit dem Beginn des Wahlkampfes vor den gleichzeitig stattfindenden Parlaments- und Europawahlen im Juni zusammenfällt.
„Die Finanzhilfen werden zur Unterstützung von Tierzüchtern, die große und kleine Wiederkäuer sowie Bienenfamilien züchten, sowie für Erzeuger von Obst und Gemüse, Rosenöl, Weinreben und Tabak und zur Unterstützung von Landwirten, die Getreide und Ölpflanzen anbauen, gewährt“, heißt es in der Mitteilung der Regierung.
Fast zwei Drittel der Subventionen sollen durch die Umstrukturierung von EU-Mitteln zur Unterstützung der Landwirte bereitgestellt werden. Der Rest der Gelder wird durch staatliche Kofinanzierung aufgebracht.
Die Entscheidung der geschäftsführenden Regierung zielt darauf ab, Landwirte zu beschwichtigen, die sich durch die Einfuhr günstigerer ukrainischer Importe am meisten bedroht fühlen. Die EU hatte diese erleichtert, um die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs für die Ukraine abzufedern.
Viele osteuropäische Landwirte sind jedoch verärgert über den Preisdruck, der durch ukrainisches Getreide entsteht, dessen Anbau nicht den strengeren EU-Auflagen unterworfen sei.
Nach Informationen von Euractiv scheint dies eine Reaktion auf eine kürzlich erfolgte Ankündigung des bulgarischen Verbandes der Getreideproduzenten zu sein. Dieser hatte angekündigt, sich im Vorfeld der Europawahlen einer Welle von Farmerprotesten in Brüssel und anderen Mitgliedsstaaten anzuschließen.
Der Präsident des Verbandes, Iliya Prodanov, sagte, dass mit Sicherheit mindestens ein Bus mit bulgarischen Vertretern anreisen werde, um sich dem Protest in Brüssel anzuschließen.
Die europäischen Landwirte haben drei Hauptforderungen, von denen die wichtigste eine Überprüfung der EU-Verpflichtung zur Halbierung des Pestizideinsatzes bis 2030 ist, wie im europäischen Green Deal festgelegt.
Die zweite zentrale Forderung, insbesondere von Landwirten aus osteuropäischen Ländern, ist die Regulierung der ukrainischen Agrarimporte.
Drittens fordern die Landwirte auch die Verschiebung oder vollständige Überarbeitung des EU-Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur, das sich ab 2050 auf Ackerland und Weideflächen auswirken wird.