Bulgarien ruft zur sofortigen Ausreise aus Russland auf

Das bulgarische Außenministerium hat Bürger:innen des Landes am Dienstag dazu aufgerufen, von Reisen in die Russische Föderation abzusehen, da sich die Lage dort verschlechtere.

EURACTIV.bg
Russian President Vladimir Putin visit in Sofia
"Den in Russland verbliebenen Bulgaren wird empfohlen, äußerst wachsam zu sein, Orte zu meiden, an denen sich viele Menschen versammeln, und die Entwicklung der Situation mit aller gebotenen Aufmerksamkeit zu verfolgen", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. [EPA/VASSIL DONEV]

Das bulgarische Außenministerium hat Bürger:innen des Landes am Dienstag dazu aufgerufen, von Reisen in die Russische Föderation abzusehen, da sich die Lage dort verschlechtere.

Denjenigen Bulgar:innen, die sich auf dem Territorium Russlands aufhalten, wird empfohlen, die Möglichkeit einer dringenden Ausreise mit den derzeit verfügbaren Transportmitteln zu prüfen.

„Den in Russland verbliebenen Bulgaren wird empfohlen, äußerst wachsam zu sein, Orte zu meiden, an denen sich viele Menschen versammeln, und die Entwicklung der Situation mit aller gebotenen Aufmerksamkeit zu verfolgen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Die Mobilisierung von rund 300.000 Reservisten in Russland hat zu den ersten anhaltenden Protesten seit Beginn der Invasion geführt, Schätzungen von der Nachrichtenagentur Reuters zitierter Beobachter:innen zufolge wurden bisher mindestens 2.000 Menschen festgenommen wurden. Jegliche öffentliche Kritik an Russlands „spezieller Militäroperation“ ist verboten.

Russland hatte im März die Länder der EU, darunter Bulgarien, zu „unfreundlichen“ Staaten erklärt.

Die Teilmobilmachung kündigte der russische Staatspräsident Wladimir Putin am 21. September an, während er auch die Möglichkeit des Einsatzes von Atomwaffen in seinem Krieg mit der Ukraine andeutete.

Zwei Tage später erklärte der bulgarische Präsident Rumen Radew, dass die Entscheidungen des russischen Präsidenten zur Teilmobilisierung den Konflikt eskalieren ließen und eine Sicherheitsbedrohung mit schwer absehbaren Folgen darstellten.

„Es ist inakzeptabel, drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges eine nukleare Bedrohung auszuspielen. Wie absurd sie auch sein mag, man kann sie nicht ignorieren“, sagte der Präsident.

Er fügte hinzu, dass Bulgarien die „Referenden in einer Kampfzone, in der Granaten neben die Wahlurnen fallen“, nicht anerkennen werde.