Brüssel will Roaming-Kosten weiter senken

Die EU-Kommission will die Kostenobergrenzen für grenzüberschreitende Tefonate senken. Auch die Preise für das Roaming von Mobilfunkgesprächen sollen weiter begrenzt werden.

Die EU-Kommission will die Kosten für Handygespräche im europäischen Ausland weiter senken. Foto: dpa
Die EU-Kommission will die Kosten für Handygespräche im europäischen Ausland weiter senken. Foto: dpa

Die EU-Kommission will die Kostenobergrenzen für grenzüberschreitende Tefonate senken. Auch die Preise für das Roaming von Mobilfunkgesprächen sollen weiter begrenzt werden.

Einem Verordnungsentwurf zufolge plant Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, die Obergrenzen für Gesprächskosten und SMS deutlich zu senken. Die Mobilfunkanbieter sollen zudem dazu gezwungen werden, eine Preislimit für das Datenroaming vorzunehmen. Kroes will ihre Pläne im Juni offiziell vorstellen.

Kroes schlägt außerdem vor, dass Handykunden die Möglichkeit bekommen, sich für einen alternativen Roaming-Provider zu entscheiden und gleichzeitig ihre Handynummer behalten können.

Ein neues Kapitel widmet sich der "Trennung von Roaming-Diensten". Nach Ansicht der Kommission könnte dies den Markzugang für neue "virtuelle Betreiber" erleichtern, die sich auf Roaming-Pakete spezialisieren. Dies könne der Brüsseler Behörde zufolge eine Alternative zu traditionellen Telekommunikationsanbietern sein.

Drei Monate für BEREC

Die Gruppe der nationalen Telekom-Regulierungsbehörden, BEREC, wird drei Monate Zeit haben, um Leitlinien für die Trennung von Roaming-Diensten zu entwickeln. Der zunehmende Wettbewerb, der hiermit einhergehen soll, zielt darauf ab, die Roamingpreise auf dieselbe Ebene wie nationale Preise zu bringen. Letztlich sollen Extra-Gebühren für Roaming komplett entfallen.

Eine industrienahe Quelle erklärte gegenüber EURACTIV, dass man abwarten müsse, um zu sehen, wie nutzerfreundlich das Modell sein wird. Verbraucher könnten eine Anbieter-Wechsel schwierig finden und unter Umständen nicht von dem Potenzial dieser neuen Möglichkeit der Nummern-Portabilität profitieren.

Zusätzlich soll dieses Ziel verfolgt werden, indem die bestehenden Preisobergrenzen für mobile Telekommunikationsdienste verschärft werden. Die seit 2010 geltende Obergrenze für abgehende Anrufe von 39 Cent zum 1. Juli 2014 auf 24 Cent abgesenkt werden, die für eingehende Anrufe von 15 auf 10 Cent. Kroes plant außerdem die Einführung einer Grenze für Datenroaming. Derzeit werden die Kosten für im Ausland genutzte Mobilfunk-Datenverbindungen auf maximal 50 Euro begrenzt.

EURACTIV.com

Links

EURACTIV.com berichtet auf Englisch: Brussels eyes end to roaming surcharges (16. Mai 2011)

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