Brüssel bewilligt 152 Millionen für Zusammenarbeit von Sachsen und Tschechien
Die EU-Kommission hat ein mehrjähriges Interreg-Programm in Höhe von 152 Millionen Euro genehmigt, das die Zusammenarbeit und Entwicklung zwischen dem Bundesland Sachsen und Tschechien fördern soll.
Die EU-Kommission hat ein mehrjähriges Interreg-Programm in Höhe von 152 Millionen Euro genehmigt, das die Zusammenarbeit und Entwicklung zwischen dem Bundesland Sachsen und Tschechien fördern soll.
Das Interreg-Programm der EU geht auf das Jahr 1990 zurück und dient dazu, wirtschaftlich schwächeren Regionen beim Aufholen zu helfen. Interreg selbst ist darauf ausgerichtet, die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg zu fördern.
„Mit der Genehmigung des Programms können wir die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre gemeinsam mit unseren tschechischen Partnern fortführen und damit die Grenzregionen weiter zusammenwachsen lassen“, erklärte Barbara Meyer, Sächsische Staatsministerin für Landesentwicklung.
Die 152 Millionen Euro für die Förderperiode 2021-2027 sind Teil der insgesamt 10 Milliarden Euro, die Interreg im Rahmen des langfristigen EU-Haushalts zugewiesen werden.
Ein großer Teil der Mittel, nämlich 36 Millionen Euro, ist für die Förderung des Tourismus unter den Stichworten „Aufwertung der gemeinsamen Tourismusregion“ und „Bewahrung, Pflege und Vermittlung des Kulturerbes“ vorgesehen.
Ein weiterer großer Bereich ist „Klimawandel und Nachhaltigkeit“ mit rund 40 Millionen Euro. Angesichts der 1300 Waldbrände, die in der Region wüten, kommen 10 Millionen Euro EU-Mittel für die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung dieser Brände gerade recht.
Meyer hob die laufende „gemeinsame Bekämpfung des verheerenden Waldbrands in den beiden Nationalparks der Sächsisch-Böhmischen Schweiz“ hervor.
Die Unterstützung Sachsens, eines der ärmeren deutschen Bundesländer, könnte auch aus anderen Gründen wichtig sein.
Sachsen ist eine Hochburg der AfD, die 2021 dort 24,6 Prozent der Stimmen erhielt.
Sachsen hatte auch durch die Interventionen seines Ministerpräsidenten Schlagzeilen gemacht. Der CDU-Politiker Michael Kretschmer forderte kürzlich, den Ukraine-Krieg „einzufrieren“.
„Unsere Abhängigkeit von Rohstoffen aus Russland muss auch unser Verhalten gegenüber diesem Krieg bestimmen“, hatte er gesagt und damit Ansichten vertreten, die im deutschen politischen Mainstream nicht üblich sind.