Bruch mit EU: Serbien nimmt an Amtseinführung des venezolanischen Präsidenten Maduro teil

In Venezuela wurde der umstrittene Präsident Nicolás Maduro am vergangenen Freitag für eine dritte Amtszeit vereidigt. EU-Beitrittskandidat Serbien nahm an den Feierlichkeiten - im Gegensatz zum Großteil der internationalen Gemeinschaft - teil.

EURACTIV.com
Nicolas Maduro Takes Office As President Of Venezuela For A Third Consecutive Term
Nicolas Maduro und dessen Frau, festgenommen. [Foto: Jesus Vargas/Getty Images]

In Venezuela wurde der umstrittene Präsident Nicolás Maduro am vergangenen Freitag für eine dritte Amtszeit vereidigt. EU-Beitrittskandidat Serbien nahm an den Feierlichkeiten – im Gegensatz zum Großteil der internationalen Gemeinschaft – teil.

Während der Amtseinführung des seit 2013 regierenden venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am Freitag gingen hunderte Venezolaner in Protest auf die Straße.

Die Feierlichkeiten in Caracas wurden von großen Teilen der internationalen Gemeinschaft boykottiert. Serbiens Parlamentssprecherin, welche Maduros Einführung für eine weitere sechsjährige Amtszeit beiwohnte, stellte eine Ausnahme dar. Serbien war als eines der wenigen europäischen Länder, neben Russland und Belarus, vertreten.

Im letzten Juli war Maduro zum dritten Mal wiedergewählt worden. Die Wahlen wurden vom Vorwurf des Wahlbetrugs überschattet. Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia gilt weitläufig als rechtmäßiger Sieger der Präsidentschaftswahlen.

Neben den USA zählt auch die Europäische Union zu denen, die Maduros Wiederwahl kritisiert und das Ergebnis nicht anerkannt hatten. US-Außenminister Antony Blinken erklärte Maduros Amtseinführung für unrechtmäßig und sagte, dass die USA ihn nicht als Präsidenten anerkennen werden.

Die USA, Kanada, Großbritannien und die Europäische Union kündigten am Freitag weitere Sanktionen gegen venezolanische Beamte an. Sie werfen ihnen vor, die Demokratie in Venezuela zu gefährden.

Freundschaftliche Beziehungen zwischen Serbien und Venezuela

Für Serbien hat die Parlamentssprecherin, Ana Brnabić, als persönliche Gesandte von Präsident Aleksandar Vučić teilgenommen. Nach den Feierlichkeiten fand ein Gespräch mit Maduro statt, berichtete die serbische Nachrichtenagentur BETA.

Neben Gratulationen ging es unter anderem darum, die Zusammenarbeit beider Länder zu stärken sowie um das beidseitige Interesse, die freundschaftlichen Beziehungen auszubauen.

Maduro bedankte sich bei Vučić und bezeichnete ihn als großen Freund Venezuelas und seines Volkes. Er wies auch darauf hin, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf allen Ebenen sehr wichtig sei, insbesondere im Bereich des Tourismus, wie es in der Mitteilung heißt.

Die EXPO 2027, die von Belgrad ausgerichtet wird, sei eine hervorragende Gelegenheit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verbessern, sagte er.

Auch für die Unterstützung in Bezug auf die territoriale Integrität und Souveränität Serbiens, das zu den Ländern gehört, die die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennen, sei man Maduro dankbar.

[Bearbeitet von Victoria Becker]