Boulevardzeitung: Schweden gibt Finnland Vortritt bei NATO-Beitritt

Eine finnische Boulevardzeitung berichtet, dass Finnland und Schweden ihr gemeinsames Konzept für die NATO-Mitgliedschaft aufgegeben und sich darauf geeinigt haben, dass Finnland als Erstes beitreten kann.

Euractiv.com
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Am Dienstag berichtete die Boulevardzeitung Iltalehti unter Berufung auf ungenannte Quellen, Schweden habe Finnland die "Erlaubnis" erteilt, der NATO zuerst beizutreten, falls die Türkei und Ungarn die finnische Vereinbarung ratifizieren, Schweden aber warten lassen. [Shutterstock/Andrzej Rostek]

Eine finnische Boulevardzeitung berichtet, dass Finnland und Schweden ihr gemeinsames Konzept für die NATO-Mitgliedschaft aufgegeben und sich darauf geeinigt haben, dass Finnland als Erstes beitreten kann.

Die NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens hat sich verzögert, da die beiden NATO-Länder Ungarn und Türkei die ausgehandelten Vereinbarungen bisher nicht ratifiziert haben.

Beide nordischen Länder haben darauf bestanden, dass sie dem Militärbündnis gemeinsam beitreten wollen. Der Prozess ist jedoch vor allem deshalb ins Stocken geraten, weil die Türkei den Beitritt Schwedens nicht akzeptieren will.

Die finnische Boulevardzeitung Iltalehti behauptete am Dienstag (14. Februar) unter Berufung auf anonyme Quellen, Schweden habe Finnland die „Erlaubnis“ erteilt, der NATO zuerst beizutreten, falls die Türkei und Ungarn die finnische Vereinbarung ratifizieren, Schweden aber warten lassen.

Gemäß der zwischen den Ländern erzielten Einigung werden Finnland und Schweden sich gegenseitig über den NATO-Prozess auf dem Laufenden halten. Schweden würde jedoch auch politische Unterstützung anbieten, wenn sich herausstellen sollte, dass Finnland den Beitritt schneller vollziehen könnte.

Äußerungen von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag (14. Februar) in Brüssel verleihen der Meldung der Boulevardzeitung mehr Gewicht.

Auf die Frage, ob der Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO in unterschiedlichem Tempo „akzeptabel“ wäre, sagte Stoltenberg, dass eine gleichzeitige Ratifizierung für das Militärbündnis „nicht notwendig“ sei.

„Die Hauptsache ist, dass beide so schnell wie möglich als Vollmitglieder aufgenommen werden“, sagte er.

Unmittelbar nach Stoltenbergs Formulierung twitterte Matti Pesu, ein führender Forscher am Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten: „Ein Signal, das von der NATO ausgeht, hat sich geändert.“