Botschafter: Klimagespräche laufen Gefahr zum ‚neuen Doha’ zu werden [DE]
Nachdem die letzte Runde der Klimagespräche vor der UN-Konferenz in Kopenhagen mit einem pessimistischen Gefühl und einer bevorstehenden Niederlage endete, warnt der dänische Botschafter zur EU, Poul Skytte Christoffersen, vor der Gefahr einer Verschiebung einer Einigung auf nächstes Jahr.
Nachdem die letzte Runde der Klimagespräche vor der UN-Konferenz in Kopenhagen mit einem pessimistischen Gefühl und einer bevorstehenden Niederlage endete, warnt der dänische Botschafter zur EU, Poul Skytte Christoffersen, vor der Gefahr einer Verschiebung einer Einigung auf nächstes Jahr.
Im Gespräch mit EURACTIV forderte Christoffersen die Staats- und Regierungschefs auf, um keinen Preis in die Falle der Doha-Runde zu tappen. „Ich bin seit der Doha-Runde dabei […] Der Moment ist niemals richtig und sobald man sich auf diese Logik einlässt, wird sie zu einem rutschigen Abhang“, warnte er.
Während der letzten Wochen und Monaten ist Dänemark, Gastgeber der Klimakonferez, durch intensive Konsultationen mit den Staats- und Regierungschefs aus aller Welt bemüht, den Stillstand bei den Verhandlungen für ein globales post-Kyoto Klimaabkommen zu durchbrechen.
„Wir sollten vermeiden, dass internationale Unsicherheit zu einem Vorwand für den Aufschub politischer Entscheidungen auf nationaler Ebene wird. Und dies ist auch im Interesse der Wirtschaft, die Sicherheit braucht“, mahnte er.
Im schlimmsten Szenario würden Länder und Regionen beginnen, sich selbst mit Handelsschranken vor ungünstigen Situationen zu schützen, was die erreichten Fortschritte im Klimaschutz gefährden würde, warnte der Botschafter.
„Wir müssen den Druck erhöhen. Wir müssen die Risiken des Scheiterns einer Einigung unterstreichen. Ich werde heute nicht versuchen einen Kompromiss zu definieren. Dies ist nicht nur eine Frage des Kuhhandels“, fügte er hinzu und betonte, dass ein gesetzlicher Text weniger wichtig sei als eine Vereinbarung mit Substanz.
„Substanz geht der Form voran“, argumentierte er und wies darauf hin, dass die Kritik daran, dass die Gespräche sich voraussichtlich ein weiteres Jahr hinziehen werden, die Aufmerksamkeit auf die falsche Frage lenkte.
Die Dänen haben bekräftigt, dass ihr Ziel als Gastgeber der Konferenz eine Vereinbarung mit einer doppelten Absicht sei. Als erstes wollen sie politische Richtlinien für ein Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klima(ver)änderungen auf eine neue gesetzliche Grundlage bringen, die sich auf einen Zeitpunkt jenseits der Kopenhagener-Konferenz (COP-15) bezieht. Zweites Ziel ist die Erreichung einer verbindlichen politischen Einigung mit Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung, die unverzüglich in Kraft treten würde.
Das Abkommen müsse ehrgeizig bei den Zielen und praktisch in der Funktion sein, sagte der Botschafter.
Aus dänischen Kreisen wurde verlautet, dass das Abkommen kurz sein und gleichzeitig vier Hauptfragen behandeln werde: Emissionsreduktionsziele für Industriestaaten, Verpflichtungen zur Hilfe von Entwicklungsländern, Finanzierung von Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern sowie Transparenz, Messungen, Berichterstattung und Überprüfung.