Blunkett zu Sozialmodellen: Blick gen Europa richten, nicht gen USA [DE]

David Blunkett, britischer Arbeits- und Sozialminister, hat erklärt, die EU-Mitgliedstaaten können mehr von europäischen Sozialmodellen als von US-amerikanischen und asiatischen Modellen lernen.

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David Blunkett, britischer Arbeits- und Sozialminister, hat erklärt, die EU-Mitgliedstaaten können mehr von europäischen Sozialmodellen als von US-amerikanischen und asiatischen Modellen lernen.

In einem Versuch, die Wogen zu glätten bevor die Sitzung des Rates zu sozialen Angelegenheiten am 27. Oktober 2005 im britischen Hampton Court stattfindet, hat Blunkett erklärt: „Was wir vorschlagen, ist nicht das, was auf der anderen Seite des Atlantiks geschieht. Wir sind der Meinung, dass es eine Dimension der sozialen Eingliederung geben muss, die für Europa angemessen ist. Die Herausforderung für Europa besteht darin, die Menschen für Veränderungen zu rüsten“. 

Gleichzeitig unterstrich Blunkett laut des Guardian jedoch: „Eine falsche Dichotomie ist zwischen den US-amerikanischen und kontinentaleuropäischen Modellen aufgebaut worden“. Und weiter: „Wir in Großbritannien haben die Schrecken der Massenarbeitslosigkeit, die uns von der Thatcher-Regierung aufgezwungen wurde, durchgemacht. Das Letzte, was wir wollen, ist das unsere europäischen Partnern dies erleben“. 

Der Zeitung zufolge argumentierte Blunkett folgendermaßen: „Großbritannien richtet seinen Blick nicht nur gen USA, und den dortigen Ungleichheiten bei den Gehältern, sondern in Richtung eines europäischen Sozialmodells, welches am häufigsten in den nordischen Ländern zu finden ist“. 

Während des Dreiergipfels zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften, Kommission und britischer Ratspräsidentschaft rechtfertigte Blunkett gegenüber der Presse die Entscheidung des britischen EU-Ratsvorsitzes, Globalisierung zum Hauptthema der Ratsitzung in Hampton Court zu erklären: „Im Laufe der kommenden Jahrzehnte wird Europa zunehmend Konkurrenz aus den rapide wachsenden Wirtschaften Chinas und des übrigen Asiens gegenüberstehen. Die derzeitige Wachstumsrate von sowohl China als auch Indien ist dreimal höher als die der EU. […] Die demographische Entwicklung ist ebenso schwach. In den nächsten 25 Jahren wird der Anteil der Bürger im erwerbsfähigen Alter in der EU um sieben Prozent zurückgehen, während die Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren sehr schnell anwachsen wird“.