Biobauern sehen Forschung als Schlüssel zu Ertragssteigerungen [DE]
Sowohl die Nahrungssicherheit, als auch die umweltbezogene Nachhaltigkeit zu garantieren ist möglich, argumentiert eine Plattform, die derzeit die Vision einer strategischen Forschungsagenda für den biologischen Anbau in der Landwirtschaft ausarbeitet.
Sowohl die Nahrungssicherheit, als auch die umweltbezogene Nachhaltigkeit zu garantieren ist möglich, argumentiert eine Plattform, die derzeit die Vision einer strategischen Forschungsagenda für den biologischen Anbau in der Landwirtschaft ausarbeitet.
„Jahrzehntelange Lebensmittelproduktion im großen Stil verursachte enorme umweltbezogene Kosten”, sagte Alexander Beck von der Association of Organic Food Processors letzten Monat (14. Juli 2009).
Obwohl sie nicht perfekt ausgereift ist, ist die biologische Landwirtschaft die "bei Weitem beste Lösung" zur Sicherstellung sowohl der Nahrungs- als auch der Umweltsicherheit, argumentierte er und fügte hinzu, dass der Sektor trotz der Wirtschaftkrise ein starkes Wachstum genieße.
Heino Graf von Bassewitz, Vorsitzender der Abteilung für biologische Landwirtschaft bei Copa-Cogeca, der EU Organisation der Landwirte, sagte für die Zukunft ein stärkeres Marktwachstum voraus, da Bionahrung billiger werde, wenn die Ölpreise weiter steigen, da Öl die wichtigste Zutat von Pestiziden sei die im traditionellen Ackerbau vorherrschen und dies dank der ökologischen Intensivierung bei Bionahrung.
Das Worldwatch Institute präsentierte letzte Woche Ergebnisse die zeigten, dass sich die ökologische Landwirtschaft seit 2000 weltweit mehr als verdoppelt hat. Jedoch bleiben die Erträge noch weit unter denen der traditionellen Landwirtschaft, die Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet.
Verbesserung der Produktivität, aber gleichzeitiger Umweltschutz
Um das Thema der Produktivität anzusprechen wird auf europäischer Ebene Forschung unternommen.
Die Plattform für biologische Technologien und landwirtschaftliche Forschung TP Organics wurde im Dezember 2008 gestartet. Sie bringt die Wirtschaft, die Forschungsgemeinschaft und die Zivilgesellschaft zusammen, um für den Zeitraum bis 2025 Forschungsprioritäten für Bionahrung zu definieren (EURACTIV vom 4. Dezember 2009).
Der Vision zufolge hat die Produktion von ökologischer Nahrung ein riesiges Potential, um eine Reihe von globalen Problemen wie Klimawandel, Nahrungssicherheit und sozioökonomische Herausforderungen in ländlichen Gegenden zu bewältigen, jedoch bedarf es mehr Forschungsgeldern, dass dies effektiv durchgeführt werden kann.
Die "Ökofunktionale Intensivierung" der ökologischen Landwirtschaft ist eine der Ideen die von TP Organics hervorgebracht wurden. Sie steht dafür "mehr Nahrung zu produzieren ohne die Qualität der Umwelt, der Nahrung, des Lebens, der Bauern und das Wohlbefinden des Viehs zu beeinträchtigen.
Die Plattform schlägt vor, dass mehr Forschung in die effizientere Verwendung von natürlichen Ressourcen, die Verbesserung der Recycling Techniken im Nährstoffkreislauf und in die Entwicklung von agrar-ökologischen Techniken fließen sollte, um die Vielfalt und die Gesundheit der Erde, des Saatguts und des Viehs zu verbessern.
Das Hauptziel ist, die unzureichende Produktivität und Stabilität der Erträge anzugehen, die als Hauptschwäche der biologischen Landwirtschaft angesehen werden.
Klimawandel: Die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft antreiben
Da die Witterungsverhältnisse immer unberechenbarer werden und Extreme wegen des Klimawandels immer häufiger auftreten, betont TP Organics Widerstandsfähigkeit als wichtige Eigenschaft landwirtschaftlicher Systeme.
"Öko-intensivierte" Bioproduktion soll widerstandsfähiger und hochgradig anpassungsfähig an die Unberechenbarkeit von Klimawandelszenarien werden. Jedoch kann die Widerstandsfähigkeit nur dann erreicht werden, wenn mehr Forschung über dürreresistente Agrarsysteme durchgeführt wird, die sowohl an Nährstoffen unabhängig, als auch gegen Schädlinge und umweltbezogene widerstandfähig sind Veränderungen sind.
TP Organics fordert einen größeren Schwerpunkt auf die Vielfalt der Pflanzen, der Landschaften und der landwirtschaftlichen Aktivitäten als "Schlüssel zu einer besseren Anapassung an den Klimawandel". Andere Anpassungstechniken, so wie die Zucht oder die Bewässerung sollen "zeitaufwändig sein und teure Investitionen erfordern".
Die Plattform betont besonders, dass die Rolle der Artenvielfalt ein wichtiger Triebfaktor für die Systemstabilität und eine Voraussetzung für nachhaltige Schädlingsbekämpfung sei. Artenvielfalt und Agrarökosysteme können durch die Verbesserung der Böden in Bezug auf Nährstoffe, dem Management der Lebensräume, der Diversifizierung der landschaftlichen Komplexität und der genetischen Zusammensetzung der Pflanzen stabilisiert werden.
Zusätzlich zur ökofunktionellen Intensivierung der Bionahrung, umfassen die anderen beiden entscheidenden Visionen, die im Entwurf der Plattform zu einer strategischen Forschungsagenda geschildert werden, die Bemächtigung der ländlichen Gegenden und die Produktion von qualitativ hochwertiger Nahrung für die Gesundheit und das Wohlbefinden.
EU-Landwirtschaftspolitik zur Belohnung Ökosystemdienstleistungen?
Niels Halberg, der Direktor des International Centre for Research in Organic Food Systems (ICROFS) sagte, dass während die Landwirtschaft von Ökosystemdienstleistungen abhänge, 60 Prozent davon bereits degradiert seien und es notwendig sei die Verbindung zwischen den Ökosystemdienstleistungen und der Nahrungsmittelproduktion zu verbessern.
Die Verwendung der EU-Subventionen um den Beitrag der Landwirte zum Schutz der Ressourcen und der Artenvielfalt zu belohnen wird derzeit unter der Ansicht der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik für nach 2013 diskutiert (EURACTIV vom 3. Juni 2009).