Bericht: Universitäten sind überlastet [DE]
Da der Druck auf Hochschuleinrichtungen, ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den neuen sozialen Verantwortungen nachzukommen, immer größer wird, behauptet eine Studie zum Thema, dass die Universitäten zukünftig möglicherweise mit einer Überfülle an Aufgaben konfrontiert sein könnten.
Da der Druck auf Hochschuleinrichtungen, ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den neuen sozialen Verantwortungen nachzukommen, immer größer wird, behauptet eine Studie zum Thema, dass die Universitäten zukünftig möglicherweise mit einer Überfülle an Aufgaben konfrontiert sein könnten.
Während viele behaupten, dass die Universitäten eine zentrale Rolle bei der Schaffung einer europäischen „Wissensgesellschaft“ spielten, bestehe die Gefahr, dass der Druck so groß werde, dass die Universitäten Gefahr liefen, ihre zentrale Position und die Führungsrolle bei der Generierung und Verbreitung von Wissen zu verlieren, so ein Bericht der Europäischen Wissensstiftung (EWS) über die Zukunft des Hochschulwesens, der Anfang Juli veröffentlicht wurde.
Nachdem die Entwicklung der Wissensgesellschaft als zentrales politisches Ziel der Lissabon-Agenda der EU bestimmt worden war, sind alle Augen auf die Reformierung des europäischen Hochschulwesens gerichtet, da dies als entscheidend für die Erreichung dieses Ziels betrachtet wird. In einem parallelen Schritt fordert die Europäische Kommission die EU 27 auf, ihre nationalen Systeme zu reformieren und sich für eine verbesserte Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen einzusetzen, damit die Universitäten mehr wirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Forschung durchführen können, die von der Industrie in Innovation umgewandelt werden kann.
Der Bericht kritisiert jedoch den steigenden allgemeinen Druck auf die Universitäten, sowohl auf die politische Welt als auch auf Wirtschaft, Kultur, Studenten und Lehrende und auf andere Bereiche des Bildungssystems zu reagieren. Wenn man diese Ziele kritisch betrachte, so die Verfasser des Berichtes, könne man umgehend feststellen, dass diese vielfältigen Erwartungen das Hochschulwesen von außen beschrieben.
Zudem behaupten sie, dass die Folgen wachsender Erwartungen und die mögliche Überlastung des Hochschulwesens und der Forschung mit Aufgaben unterschätzt würden. Sie betonen, dass keine Leitlinien zur Vorgehensweise bestünden, wie das Hochschulwesen konkret mit solchen Herausforderungen umgehen sollte.
Ein Schwerpunkt des EWS-Berichtes, der auf einer zweijährigen Untersuchung des Hochschulwesens in einem umfassenden Rahmen der Sozialforschung basiert, war es, die Rolle zu analysieren, die das Hochschulwesen in der oft aufgebauschten „Wissensgesellschaft“ spielen soll. Als Ergebnis dessen warnen die Verfasser davor, dass die Universitäten tatsächlich Gefahr laufen könnten, ihre Rolle bei der allgemeinen zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft zu verlieren und weisen darauf hin, dass die Bedürfnisse der Wissensgesellschaft besser durch andere Institutionen als solche des Hochschulwesens bedient werden könnten.