Bericht: Europa muss sich besser auf Klimawandel einstellen [DE]

Angesichts des drohenden Anstiegs des Meeresspiegels, zunehmender Dürreperioden und Niederschläge, ebenso wie dem Artensterben und einem höheren Krankheitsrisiko sollten die europäischen Länder ihre Bemühungen verstärken, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen, so ein neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA). 

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Angesichts des drohenden Anstiegs des Meeresspiegels, zunehmender Dürreperioden und Niederschläge, ebenso wie dem Artensterben und einem höheren Krankheitsrisiko sollten die europäischen Länder ihre Bemühungen verstärken, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen, so ein neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA). 

Die Durchführung von Anpassungsmaßnahmen habe gerade erst begonnen und müsste noch weiter verstärkt werden, meinte EUA-Exekutivdirektorin Jacqueline McGlade in einer Mitteilung vom 29. September 2009, die die Veröffentlichung eines EUA-Berichts mit dem Titel „Auswirkungen der Klimaänderung in Europa: Eine indikatorgestützte Bewertung“ ankündigte.

Die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels sind bereits in vielen europäischen Ländern spürbar, insbesondere in der Mittelmeerregion und in Küsten- und Bergregionen in Mittel- und Nordeuropa, wo Hitzewellen und Fluten zu vielen Toten und massiver Zerstörung führten. Besonders der ältere und schutzlose Teil der Bevölkerung hat darunter zu leiden.

Die 70.000 zusätzlichen Todesopfer, die 2003 von den 12 europäischen Ländern gemeldet wurden, könnten ein Beispiel für mögliche zukünftige Auswirkungen für die Gesundheit sein, warnt die in Kopenhagen ansässige Agentur.

Wer ist zuständig?

Obgleich die von der EU finanzierte EUA auf das Grünbuch der Kommission und das Weißbuch zur Anpassung, das sich derzeit in Bearbeitung befindet, verweist, geht nicht hervor, ob sie die Bemühungen Brüssels in diesem Bereich für ausreichend befindet. Ein Ansatz, bei dem die Bemühungen zentral gesteuert oder von Brüssel hierarchisch verwaltet werden, sei aber möglicherweise nicht der passende.

Anpassungsbemühungen sollten stattdessen vielmehr in die einzelnen politischen Programme in ganz Europa integriert werden, schlägt die EUA vor. Das hebe die verschiedenartigen Auswirkungen des Klimawandels auf praktisch alle Wirtschaftsbereiche in Europa hervor. Da sich Überflutungen und andere Phänomene, die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen, über nationale oder regionale Grenzen hinweg ereigneten, würde eine Anpassungspolitik wahrscheinlich eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Politikern auf den verschiedenen Ebenen der Regierung und der Behörden erfordern.

Die grenzüberschreitende Natur des Klimawandels und die damit verbundenen Anpassungsreaktionen seien zusammen mit dem Subsidiaritätsprinzip wichtige Faktoren, die bei der Umsetzung von Strategien berücksichtigt werden müssten, geht aus dem 246 Seiten starken Bericht hervor, der eine detaillierte Analyse der Auswirkungen des Klimas auf eine Reihe von Ökosystemen und Wirtschaftsbereichen bereitstellt.

Zahltag

Die EUA drängt auf baldige Maßnahmen, um ein Emporschnellen der Kosten für eine Anpassung zu vermeiden. Da die Auswirkungen des Klimawandels immer stärker zunähmen, würden auch die Kosten für die Anpassung steigen und der Handlungsspielraum sei zunehmend begrenzt, geht aus dem Bericht hervor.

Über die genauen Kosten kann allerdings nur spekuliert werden. Eine im Februar 2008 veröffentlichten Studie eines führenden EU-Think Tanks, der sich mit den Kosten für die Anpassung an den Klimawandel auseinandersetzt, kam zu dem Ergebnis, dass es nur sehr wenige Informationen über das wirtschaftliche Potenzial von Anpassungsstrategien oder die wirtschaftlichen Kosten für Anpassungsmaßnahmen gebe (siehe EURACTIV vom 20. Februar 2008). 

Verstärkter Informationsaustausch und eine bessere Zugänglichkeit von Daten sei notwendig, um zu mehr Klarheit zu gelangen, meint die EUA. Eine verbesserte Überwachung und Berichterstattung von bzw. über Klimadaten und Beobachtungen von Auswirkungen, detailgenauere räumliche und sozialökonomische Szenarien, ein verstärkter Austausch von Erfahrungsberichten in Bezug auf Anpassungsmaßnahmen und damit verbundenen Kosten und bessere Mechanismen zum Informationsaustausch werden von der EUA empfohlen.