Bericht: Die versteckten Kosten autofreier Zonen in Europa

Ein Bummel durch die neue autofreie Zone wirkt entspannt und sauber. Doch Lärm und Abgase könnten nur um die Ecke verschwunden sein.

EURACTIV.com
Barcelona cityscape with La Rambla
Der Green Deal will unter anderem dafür sorgen, dass weniger EU-Bürger chronischen Lärm ausgesetzt sind. [[Getty Images/ Tatiana Krakowiak]

Ein Bummel durch die neue autofreie Zone wirkt entspannt und sauber. Doch Lärm und Abgase könnten nur um die Ecke verschwunden sein. Ein neuer Bericht gibt Aufschluss.

Der Europäische Rechnungshof (EuRH) hat untersucht, ob die Europäische Union städtische Räume und deren Bewohner wirksam vor Luft- und Lärmbelastung schützt.

Dazu wurden Umweltzonen mit eingeschränktem Autoverkehr in Athen, Barcelona und Krakau überwacht. Mit dem Ergebnis,  dass die Zonen zwar von geringeren Emissionen und weniger Lärm profitierten, die umliegenden Bereiche jedoch eine Verschlechterung in beiden Bereichen erlebten.

In einigen Fällen steigen die Lärmpegel sogar innerhalb der verkehrsfreien Zonen.

„Verkehrsbeschränkungen führten zu einem Anstieg der kommerziellen Aktivitäten um 33 Prozent innerhalb eines der Superblocks (Zonen), zum Beispiel wurden Bars und Restaurants neue Lärmquellen, insbesondere in der Nacht“, so das Fazit des EuRH im Fall Barcelonas.

Dennoch identifizierte der Europäische Rechnungshof den motorisierten Verkehr als Hauptquelle des städtischen Lärms und merkte an, dass Lärm immer noch „häufig übersehen“ werde als Form der städtischen Verschmutzung. Eine langfristige Lärmbelastung aus der Umwelt wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischem Stress und anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht.

Der Green Deal will die Zahl der EU-Bürger, die chronisch Lärm ausgesetzt sind, bis 2030 verringern. Der EuRH stellte jedoch fest, dass es „praktisch unmöglich“ sei, den allgemeinen Fortschritt der EU zu bewerten, da die meisten Mitgliedstaaten Lücken und Verzögerungen bei der Erfassung von Überwachungsdaten aufwiesen.

Der EU-Rechnungshof erklärte, dass die Zahl der lärmbelasteten Bürger bis dahin um 19 Prozent sinken könnte – sie könnte jedoch auch um 3 Prozent steigen.

[Bearbeitet von Donagh Cagney/Martina Monti/Victoria Becker]