Bereitschaft der Finnen zur Landesverteidigung so hoch wie nie
Mehr als vier von fünf Finn:innen sind bereit, im Falle eines Angriffs Waffen zu ergreifen und ihr Land zu verteidigen. Auch das Interesse an freiwilligen Wehrübungen nimmt zu.
Mehr als vier von fünf Finn:innen sind bereit, im Falle eines Angriffs Waffen zu ergreifen und ihr Land zu verteidigen. Auch das Interesse an freiwilligen Wehrübungen nimmt zu.
Laut einer Ende April durchgeführten Umfrage des finnischen Beratungsausschusses für Verteidigungsinformationen sind 83 Prozent der finnischen Bevölkerung bereit, ihr Land militärisch zu verteidigen – ein Rekordwert.
Diese Zahlen, die den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen in den 1960er Jahren darstellen, gehen auch mit einem steigenden Interesse an freiwilligen Wehrübungen einher.
Daher hat die Regierung am Freitag (20. Mai) drei Millionen Euro für nationale Verteidigungsorganisationen bereitgestellt. Außerdem bereitet sie eine Gesetzesänderung vor, die es Freiwilligen ermöglichen soll, Waffen und Munition des finnischen Militärs zu benutzen.
„Man kann sagen, dass die politische und sicherheitspolitische Lage einen großen Einfluss hat. Und der Angriff Russlands auf die Ukraine lässt sich an der Zahl der Bewerbungen (für die zivilen Reserven) ablesen“, sagte der Leiter des finnischen Zentrums für zivile Dienste, Mikko Reijonen, in einem Interview mit der Boulevardzeitung Iltalehti am Montag (23. Mai).
Gemäß der Verfassung ist jeder männliche finnische Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren wehrpflichtig, Frauen können sich auf freiwilliger Basis zum Wehrdienst melden.
Man muss in Finnland entweder einen bewaffneten oder unbewaffneten Militärdienst oder einen Zivildienst ableisten. Wer den Dienst abschließt, wird dann der Reserve der finnischen Streitkräfte zugeteilt.
Gleichzeitig sind in diesem Jahr mehr als 2.000 finnische Staatsbürger, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben, aus der Reserve der Streitkräfte ausgeschieden.