Belgien hat höchstes Haushaltsdefizit in der Eurozone

Belgien verzeichnete im dritten Quartal 2022 ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,1 Prozent seines BIP, das größte in den Ländern der Eurozone in diesem Zeitraum, so die Eurostat-Daten vom Montag.

Euractiv.com
Money/,Currency;,Euro,Banknote,And,Graphs;,Financial,Trade,Analysis,Concept.
Figures on government deficits in Eurozone countries were published by Eurostat on Monday. [Shutterstock/Adny]

Belgien verzeichnete im dritten Quartal 2022 ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,1 Prozent seines BIP, das größte in den Ländern der Eurozone in diesem Zeitraum, so die Eurostat-Daten vom Montag.

Die Zahlen zu den öffentlichen Defiziten in den Ländern der Eurozone wurden von Eurostat am Montag veröffentlicht.

Belgien wies mit 5,1 Prozent das größte Haushaltsdefizit auf, während der Durchschnitt der Eurozone für das dritte Quartal 2023, der im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen des Jahres deutlich gestiegen ist, bei 3,3 Prozent des BIP lag.

Der durchschnittliche Anstieg ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Regierungen Maßnahmen ergriffen haben, um die Auswirkungen der hohen Energiepreise abzufedern. Pandemiehilfsmaßnahmen beeinflussten weiterhin die Staatshaushalte, jedoch in geringerem Maße als in den vorangegangenen Quartalen.

Im Falle Belgiens lässt sich der Haushaltsanstieg durch den automatischen Lohnindexierungsmechanismus und die Unterstützungsmaßnahmen erklären, die zur Bewältigung der steigenden Energiekosten ergriffen wurden.

Premierminister Alexander De Croo hatte bereits im Oktober seine Besorgnis über das Defizit zum Ausdruck gebracht. Er erklärte damals, dass die Regierung eine hohe Rechnung begleichen müsse, um sicherzustellen, dass niemand auf der Strecke bleibt. Im November warnte zudem die Europäische Kommission, dass Belgien in den nächsten zwei Jahren das größte Defizit in der Eurozone haben werde.

Das belgische Defizit wird demnach 2023 über 17 Milliarden Euro und 2024 über 20 Milliarden Euro betragen.

Die Haushaltslage des Landes sei „alarmierend“, heißt es in einem noch zu veröffentlichenden Bericht des belgischen Zentralen Wirtschaftsrats, auf den die flämische Zeitung De Standaard hinwies, wie die Presseagentur Belga berichtete.

Wallonien, Brüssel und die föderale Regierung müssen ihre Defizite reduzieren, heißt es in dem Bericht.