Bedrohung durch Russland: Nordische Staaten schaffen neuen militärischen Transportkorridor

Finnland, Schweden und Norwegen haben am Donnerstag (20. Juni) vereinbart, einen gemeinsamen militärischen Transportkorridor einzurichten. Damit soll die regionale Bereitschaft angesichts der Bedrohung durch Russland verbessert werden.

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Norwegian PM Store meets Swedish PM Kristersson and Finnish President Stubb in Bodo
Die Ankündigung erfolgte, nachdem der finnische Präsident Alexander Stubb (r.) und der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson (Mitte) am Donnerstag (20. Juni) auf Einladung des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre (l.) Gespräche in Norwegen geführt hatten. [EPA-EFE/JAN LANGHAUG NORWAY OUT]

Finnland, Schweden und Norwegen haben am Donnerstag (20. Juni) vereinbart, einen gemeinsamen militärischen Transportkorridor einzurichten. Damit soll die regionale Bereitschaft angesichts der Bedrohung durch Russland verbessert werden.

Die Ankündigung erfolgte, nachdem der finnische Präsident Alexander Stubb und der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson am Donnerstag (20. Juni) auf Einladung des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre Gespräche in Norwegen geführt hatten.

Ziel ist es, militärisches Personal bei Bedarf schnell von norwegischen Häfen auf schwedisches oder finnisches Territorium zu verlegen. Dadurch soll die Fähigkeit der NATO verbessert werden, Streitkräfte über Landgrenzen hinweg zu verlegen.

„In der Vergangenheit haben wir bei der Planung des Transports von militärischem Personal und Ausrüstung in Nord-Süd-Richtung gedacht. Jetzt werden wir mehr in West-Ost-Richtung denken“, erklärte Støre am Mittwoch (19. Juni) auf einer Pressekonferenz in Bodø, Norwegen.

„Wir können jetzt, da wir alle in der NATO sind, auf ganz andere Weise zusammenarbeiten, um uns gegenseitig zu verteidigen“, fügte er hinzu.

Das Ziel des North Defence Summits genannten Treffens war der Ausbau der militärischen und zivilen Zusammenarbeit im Norden.

Es war das erste Treffen der drei nordischen Staats- und Regierungschefs seit dem NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens in diesem Format. Es sollte auch als Vorbereitungstreffen für den NATO-Gipfel Mitte Juli (9 bis 11. Juli) in Washington dienen.

„Ich bin froh, dass wir dieses Treffen haben, bevor wir nach Washington reisen, wo eines der Themen die Kommandostruktur sein wird“, sagte Støre am Donnerstag (20. Juni).

Die Wahl des nordnorwegischen Bodø als Tagungsort war kein Zufall. Die Stadt liegt in der Nähe des Meeres und Schwedens und ist das operative Hauptquartier der norwegischen Verteidigungskräfte.

Laut Stubb haben Finnland, Schweden und Norwegen im Vorfeld des NATO-Gipfels eingehende Gespräche darüber geführt, wie die Integration der Verteidigungskräfte der drei Staaten in die NATO verbessert werden kann.

Er wies darauf hin, dass Norwegen seit 70 Jahren Mitglied der NATO sei und die schwedischen und finnischen Neuzugänge daher viel von Oslo lernen könnten.

Stubb: Weniger über Atomwaffen reden

Auf die umstrittene Frage nach Atomwaffen auf nordischem Boden, die kürzlich in Schweden eine Kontroverse ausgelöst hat, sagte Stubb, dass die gesamte Region, einschließlich Finnland, für die Atomwaffenplanung der NATO von wesentlicher Bedeutung sei.

Er wies jedoch darauf hin, dass niemand den nordischen Staaten Atomwaffen anbietet und sie diese auch nicht wirklich wollen. Sie sind jedoch weiterhin an der Planung ihres Einsatzes als Teil der Abschreckung der NATO beteiligt.

„Je weniger über Atomwaffen gesprochen wird, desto besser“, erklärte er gegenüber dem finnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender Yle.

Zum Abschluss des Treffens lud Stubb die Ministerpräsidenten Norwegens und Schwedens zu einem ähnlichen Treffen in Finnland ein, das im nächsten Jahr im Vorfeld des NATO-Gipfels 2025 stattfinden soll.

Für den finnischen Verteidigungsminister Antti Häkkänen, der ebenfalls an den Treffen mit seinen schwedischen und norwegischen Amtskollegen teilnahm, werde die Zusammenarbeit zwischen allen drei nordischen Staaten „grenzenlos“ vertieft.

Er beschrieb die Verteidigung der nordischen Staaten als vielschichtig: zunächst haben die Staaten ihre nationalen Verteidigungspläne, dann die nordische Zusammenarbeit, die Zusammenarbeit mit den USA und als Krönung die NATO.

[Bearbeitet von Alexandra Brzozowski/Rajnish Singh/Nick Alipour]