Bayern unterstützt Airbus bei der FCAS-Lösung für zwei Kampfflugzeuge

Neben Meinungsverschiedenheiten über die Arbeitsteilung sind sich Berlin und Paris nun auch über das Design des Kampfflugzeugs uneinig.

EURACTIV.com
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Florian Herrmann. [Foto: Malin Wunderlich/picture alliance via Getty Images]

Die bayerische Landesregierung hat sich für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ausgesprochen, die als Lösung für das problematische Projekt Future Combat Air System (FCAS) einen eigenen Kampfjet entwickelt.

In den letzten Monaten haben Streitigkeiten über das FCAS-Kampfflugzeugprojekt der nächsten Generation die deutsch-französischen Beziehungen belastet und ernsthafte Zweifel an der Zukunft des Programms aufkommen lassen. Am Donnerstag fanden an 15 Standorten in ganz Deutschland Kundgebungen statt, die von der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und ihren Mitarbeitern initiiert wurden. Die Demonstranten forderten die Bundesregierung auf, eine Lösung für das 100-Milliarden-Euro-Projekt zu finden.

In seiner Ansprache vor den Mitarbeitern von Airbus Defence and Space in Manching forderte der Bayerische Staatsminister im Staatsrat, Florian Herrmann, die Bundesregierung auf, „sich zu bewegen”, und fügte hinzu: „Wir als bayerische Staatsregierung stehen Ihnen zur Seite”.

Das gemeinsame französisch-deutsch-spanische FCAS-Projekt – dessen Kernstück ein Kampfflugzeug der nächsten Generation ist, das zusammen mit einem Netzwerk von Drohnen eingesetzt werden soll – verzögert sich seit letztem Jahr.

Konflikt über die Arbeitsteilung

In der öffentlichen Debatte dominierte zuletzt ein Konflikt über die Arbeitsteilung zwischen dem deutschen Hauptauftragnehmer Airbus Defence and Space und seinem französischen Projektpartner Dassault Aviation. Im Mittelpunkt des Streits steht der Kampfflugzeugteil des Programms.

Neben Meinungsverschiedenheiten über die Arbeitsteilung sind sich Berlin und Paris nun auch über das Design des Kampfflugzeugs uneinig.

„Weitere Verzögerungen bei der Entscheidungsfindung bedrohen unsere bayerische Kampfflugzeugindustrie, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde“, sagte Herrmann, der auch Staatsminister für Bundesangelegenheiten ist.

Eine mögliche Lösung wäre, den Kampfflugzeugteil aus dem übergreifenden Luftkampfsystem herauszulösen, sodass Deutschland und Frankreich ihre eigenen Jets entwickeln könnten.

Sowohl der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als auch die Gewerkschaft IG Metall argumentieren, dass Berlin alleine vorangehen und die Führung bei der Entwicklung eines Kampfflugzeugs übernehmen sollte, um anderen Partnern die Möglichkeit zu geben, später beizutreten.

„FCAS ist nicht auf ein einziges Kampfflugzeug beschränkt. Frankreich hat andere Bedürfnisse als wir in Deutschland“, sagte Herrmann zur Unterstützung.

(cm)