Bauern sollen

Anders als die Industrie bleib die Agrarwirtschaft bislang von Klimaschutz-Maßnahmen unbehelligt. Dabei verursacht allein die Fleischproduktion 18 Prozent der globalen Treibhausgase.

Anders als die Industrie bleib die Agrarwirtschaft bislang von Klimaschutz-Maßnahmen unbehelligt. Dabei verursacht allein die Fleischproduktion 18 Prozent der globalen Treibhausgase.

Rund drei Monate vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen, steigt in der EU der Druck auf die Bauern, sich am Klimaschutz zu beteiligen. EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel forderte beim Treffen der EU- Agrarminister am 15.September 2009 von der Landwirtschaft entschlossene Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung. "Das wird eines der entscheidenden Probleme in den nächsten Jahrzehnten".

Schweden hat die Rolle der Landwirtschaft beim Klimawandel auf die Agenda seiner Ratspräsidenschaft gesetzt. Schwedens Agrarminister Eskil Erlandsson sagte nach dem Treffen: "Wir nähern uns schnell Kopenhagen. Das Thema Landwirtschaft wird in die Diskussionen einbezogen werden." Man müsse das Bewusstsein der Landwirte für Möglichkeiten des Klimaschutzes stärken, so Erlandsson weiter.

Harte Maßnahmen wie die Industrie müssen die Landwirte allerdings nicht fürchten. Die Einbeziehung der Landwirtschaft in das Emissionshandelssystem war auf dem EU-Gipfel "kein Thema".

Insbesondere die Tierwirtschaft gilt als Klimakiller. Die Fleischproduktion verursacht laut UN-Angaben rund 18 Prozent der globalen Treibhausgase. Hierzu gehören neben CO2 auch Methan und Lachgas, das die Tiere ausstoßen. Der Fleischkonsum wird Prognosen nach in Schwellenländern wie China nach ähnlich rasant steigen wie in den westlichen Industrieländern seit dem 2. Welkrieg. Damit droht der Anteil der Tierwirschaft am Klimawandel noch zu steigen.

Auch die Transportwege in der Tierwirtschaft stehen in der Kritik. In der Massentierhaltung wird vor allem Soja als Futter verwendet. Deutschland stellte im einen Rekord im Schweinefleisch-Export auf und lag mit rund 2,6 Millionen ausgeführten Tonnen auf Platz zwei hinter den USA.

Die Effekk

 «D, sagte Fischer Boel beim Treffen der .

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte: «Wir meinen, dass die Landwirte einen wesentlichen Beitrag zur klimatischen Verbesserung leisten können – auch aus Eigeninteresse.»

Mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung fügte Fischer Boel hinzu: «Wir müssen mehr Nahrungsmittel produzieren, in schwierigeren Wetterverhältnissen und mit niedrigeren Treibhausgasemissionen.»

Sie wies darauf hin, dass die Emissionen der europäischen Landwirtschaft seit 1990 bereits um ein Fünftel gesunken seien. Dies liege an weniger Tierhaltung und besseren Technologien. Obwohl die Natur ihre Grenzen habe, gebe es noch «eine Menge Potenzial für kosteneffektive Klimamaßnahmen».

«Die Landwirtschaft kann noch mehr Methan, Lachgas und Kohlendioxid einsparen», sagte die Kommissarin. Sie könne noch mehr Kohlendioxid in den Böden einlagern und Biomasse liefern. «Wenn wir das alles von den Bauern verlangen, müssen wir sie auch unterstützen.»