Bankenpleiten: Aktionäre und Gläubiger sollen zahlen

EU-Kommissar Michel Barnier will Aktionäre und Gläubiger in die Pflicht nehmen, wenn Finanzunternehmen bankrott gehen. Der Steuerzahler soll künftig nicht mehr bluten müssen, wenn Banken sich verzockt haben.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will ein neues System einrichten, mit dem Europa Bankenpleiten abwickeln kann – ohne Beteiligung des Steuerzahlers. Foto: EC.
EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will ein neues System einrichten, mit dem Europa Bankenpleiten abwickeln kann - ohne Beteiligung des Steuerzahlers. Foto: EC.

EU-Kommissar Michel Barnier will Aktionäre und Gläubiger in die Pflicht nehmen, wenn Finanzunternehmen bankrott gehen. Der Steuerzahler soll künftig nicht mehr bluten müssen, wenn Banken sich verzockt haben.

Die EU-Kommission hat eine Konsultation zum Umgang mit Pleiten im Finanzsektor gestartet. Künftig sollen Gläubiger und Aktionäre bei Bankenpleiten haften, Staaten sollen anders als in der Finanzkrise nicht mehr eingreifen müssen. An der Befragung können sich betroffene Unternehmen beteiligen. Im Sommer soll ein Gesetzesvorschlag folgen. Die Initiative ist Teil des geplanten neuen EU-Rahmens für Krisenmanagement im Finanzsektor, den EU-Binnenmarktkommissar im Oktober 2010 vorstellte.

"Ohne Mechanismen, eine gerordnete Insolvenz zu organisieren, haben die EU-Staaten keine andere Chance, als ihren Bankensektor zu retten", heißt es von Seiten der EU-Kommission. Staatliche Bankenrettungen hätten in der Krise 13 Prozent des europäischen Bruttoinlandsproduktes gekostet.

awr

Links


EU-Kommission:
Commission seeks views on possible EU framework to deal with future bank failures (6. Januar 2011)

EU-Kommission: An EU framework for Crisis Management in the Financial Sector – Frequently Asked Questions (20. Oktober 2010)

EU-Kommission: Kommission stellt geplanten neuen EU-Rahmen für Krisenmanagement im Finanzsektor vor. IP/10/1353 (20. Oktober 2010)