Banken erwarten höhere Kosten für SEPA als für die PSD [DE]
Europäische Banken erwarteten, dass sie zwischen zehn und 100 Millionen Euro investieren werden, um die neuen Bestimmungen der Zahlungsdienstrichtlinie (PSD) umzusetzen, die Initiative der EU, um den Wettbewerb auf dem Zahlungssektor zu erhöhen und den schrittweise Übergang zu einer bargeldlosen Wirtschaft zu ermöglichen, heißt es in einer neuen Studie.
Europäische Banken erwarteten, dass sie zwischen zehn und 100 Millionen Euro investieren werden, um die neuen Bestimmungen der Zahlungsdienstrichtlinie (PSD) umzusetzen, die Initiative der EU, um den Wettbewerb auf dem Zahlungssektor zu erhöhen und den schrittweise Übergang zu einer bargeldlosen Wirtschaft zu ermöglichen, heißt es in einer neuen Studie.
Die Umfrage, die im Juni in 30 großen Bankinstitutionen der EU durch das Beratungsunternehmen für Zahlungssysteme PSE Consulting durchgeführt wurde, zeigt, dass Banken von der neuen Richtlinie relativ begrenzte Kosten und aber auch nur geringe Wettbewerbsvorteile erwarten. Auf der Grundlage der gesammelten Antworten schätzt PSE Consulting, dass die Gesamtkosten für die Banken bis November 2009, wenn die Richtlinie in Kraft treten soll, sechs Milliarden Euro betragen werden. Zudem waren 60% der Befragten skeptisch gegenüber den tatsächlichen Vorteilen der neuen Regelung (siehe unser LinksDossier über die LinksDossier über die PSD).
Die Umfrage wurde durchgeführt, als der Bankensektor freiwillig zugestimmt hatte, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) zu errichten, eine Initiative, um die Bankgeschäfte zu harmonisieren und so einen echten EU-Markt für Zahlungsdienste zu schaffen. Dem Beratungsunternehmen TowerGroup zufolge kostet SEPA den EU-Bankensektor rund zehn Milliarden Euro an Investitionen, weitaus mehr als die Umsetzung der PSD (siehe unser LinksDossier über SEPA).
Die beiden Initiativen sollen den Verbrauchern Vorteile bringen, die dann, bedingt durch den erhöhten Wettbewerb, in der gesamten EU günstigere Zahlungsdienste in Anspruch nehmen könnten, wie die Kommission betont. Die Banken selbst werden von SEPA und PSD profitieren, indem ihnen der Zugang zu anderen nationalen Märkten der EU erleichtert wird. Tatsächlich ist die relative Mehrheit der Finanzinstitute (37%), die durch PSE Consulting befragt wurden, der Ansicht, dass der grenzübergreifende Wettbewerb die positivste Auswirkung der PSD auf ihre Gewinne sei.
Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen SEPA und der PSD:
| SEPA | PSD | |
| Währung |
Euro |
Euro + Währungen der Mitgliedstaaten |
| Geographische Reichweite |
EU + EWR + Schweiz + mögliche andere Partner |
EU + EWR |
| Auswirkungen auf |
Beziehungen zwischen den Banken |
Beziehung zwischen Bank und Verbraucher |
| Rechtsstatus |
Selbstregulierung |
Gesetz |
| Betroffene Dienste |
Bankeinzug, Überweisungen, Zahlungskarten |
Zahlungsdienste wie mobiles Geld, E-Money, Zahlungen mit niedrigen Wert |
| Betroffene Anbieter |
Banken |
Banken, Kreditinstitute, E-Money-Anbieter, Postdienste, Supermärkte, Geldüberweisungsdienste usw. |
| Veränderungen für Finanzinstitute |
IT, Back-Office-Aktivitäten |
Verträge, Vertragsverhältnisse mit den Kunden |
| Geschätzte Kosten für den Bankensektor |
Zehn Milliarden Euro |
Sechs Milliarden Euro |