Baltische Staaten: Neues bedarfsgerechtes COVID-Impfstoff-Verteilungsschema erforderlich
Drei baltische Staaten haben in einem Schreiben an die Europäische Kommission ein neues System zur bedarfsgerechten Verteilung des COVID-19-Impfstoffs gefordert, das ihrer Meinung nach die Effizienz des EU-Impfprogramms verbessern würde.
Drei baltische Staaten haben in einem Schreiben an die Europäische Kommission ein neues System zur bedarfsgerechten Verteilung des COVID-19-Impfstoffs gefordert, das ihrer Meinung nach die Effizienz des EU-Impfprogramms verbessern würde.
Der Brief, unterzeichnet von den Gesundheitsministern Estlands, Lettlands und Litauens, wurde am Mittwoch (10. März) an EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides geschickt.
Die Unterzeichner loben die „kontinuierlichen Bemühungen“, die Produktion und die Lieferungen von COVID-19-Impfstoffen zu erhöhen, und fordern die Kommission auf, „proaktiv zu handeln“, um ein System für Ausnahmen vom derzeit geltenden anteiligen Verteilungssystem einzurichten.
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„Während wir das allgemeine Prinzip der anteiligen Verteilung unterstützen, glauben wir, dass die Schaffung eines solchen transparenten Mechanismus für eine vorübergehende Umverteilung von Lieferungen unter Berücksichtigung der außergewöhnlichen Situationen und der tatsächlichen Verwendung der Impfstoffe eine effizientere Nutzung der auf EU-Ebene produzierten und gelieferten Impfstoffe ermöglichen würde“, heißt es in dem Brief.
Entscheidungen über die Verteilung sollten stattdessen auf „klaren und transparenten Kriterien beruhen, wie z.B. der Verfügbarkeit von Impfstoffen, der Impfrate, der Häufigkeit von Zwischenfällen, der Sterblichkeitsrate und der Verbreitung neuer Varianten“, heißt es weiter.
Auf diese Weise, so die Staaten, würde der Plan „die Lieferung an die Mitgliedsstaaten, die es am dringendsten benötigen, vorantreiben“ und dazu beitragen, die Effizienz der gemeinsamen Impfanstrengungen der EU zu verbessern und „die Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten weiter zu fördern“.
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Dies sei vor allem für Situationen notwendig, in denen sich ein ungenutzter Überschuss an gelieferten Impfstoffen in einem bestimmten Mitgliedsstaat ansammle, heißt es, und vor allem für den Fall, dass diese ungenutzten Impfstoffe ein Verfallsdatum hätten.
Auf die Frage nach dem Brief betätigte ein Sprecher der Kommission, dass er eingelangt sei und aktuell geprüft werde.
Der Sprecher betonte, dass die Europäische Kommission sehr eng mit den Mitgliedsstaaten zusammenarbeite, um die Lieferung der Impfstoffe zu überwachen, sowie alle Hindernisse und Probleme, mit denen die EU-Länder dabei konfrontiert werden.
Die Sprecherin fügte hinzu, dass man sich derzeit in Gesprächen darüber befinde, wie das derzeitige System verbessert werden könne.
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Während die baltischen Staaten im Verlauf der ersten Welle der Pandemie im vergangenen Jahr weitgehend verschont blieben, waren sie in den letzten Wochen stark betroffen und mussten teilweise Sperrungen verhängen.
Estland hat derzeit die zweithöchste Pro-Kopf-Infektionsrate der Welt, laut einer AFP-Zählung, die auf offiziellen Daten der letzten 14 Tage basiert, während Lettland nach Bulgarien die zweitniedrigste Impfrate in der EU aufweist.