Balkanländer können sich Teilnahme an Eurovision Song Contest nicht leisten

Nordmazedonien, Montenegro und Bulgarien werden angesichts der Energiepreiskrise und anderer finanzieller Sorgen nicht am Eurovision Song Contest 2023 teilnehmen, wie die nationalen Rundfunkanstalten der drei Länder mitteilten.

exit.al
Liverpool,,Uk,,October,2022:,The,Flag,Of,The,Eurovision,Song
Die Veranstaltung wird im Mai 2023 von der Ukraine ausgerichtet, findet aber wegen der anhaltenden russischen Invasion in Liverpool, Großbritannien, statt. [Shutterstock/rarrarorro]

Nordmazedonien, Montenegro und Bulgarien werden angesichts der Energiepreiskrise und anderer finanzieller Sorgen nicht am Eurovision Song Contest 2023 teilnehmen, wie die nationalen Rundfunkanstalten der drei Länder mitteilten.

Die Veranstaltung wird im Mai 2023 von der Ukraine ausgerichtet, findet aber wegen der anhaltenden russischen Invasion in Liverpool, Großbritannien, statt.

Die Leitung des bulgarischen Nationalfernsehens bestätigte diese Woche, dass die Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb für das Land finanziell nicht mehr zu stemmen sei.

„Unser Budget wurde um 1 Million Euro gekürzt, und die Ausgaben haben sich fast verdreifacht. Ein solches Unterhaltungsprogramm wie die Eurovision vor dem Hintergrund einer Finanzkrise in ganz Europa, bei der Strom und Heizung in öffentlichen Einrichtungen abgeschaltet werden, ist überhaupt nicht gerechtfertigt“, wurde ein Sprecher von 24 Chasa zitiert.

Montenegros öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt erklärte ebenfalls, dass sie nach einer Überprüfung ihrer derzeitigen Ressourcen nicht teilnehmen werde.

„Nach Überprüfung der verfügbaren Ressourcen, der Kosten des gesamten Projekts und der Verpflichtungen, die der öffentliche Dienst in der nächsten Zeit erwartet, wurde die Entscheidung getroffen, dass Montenegro im nächsten Jahr nicht an Eurovision teilnehmen wird“, teilte der öffentliche Rundfunk in einer Erklärung mit.

Die Entscheidung wurde mit der Begründung getroffen, dass die Mittel für nationale Projekte und Initiativen, einschließlich Reformen, verwendet werden müssten.

Auch für Skopje ist die Entscheidung bereits gefallen. Die nationale Rundfunkanstalt Nordmazedoniens erklärte, sie werde nicht teilnehmen, da dies im Interesse der Öffentlichkeit sei.

„Die Entscheidung ist im Interesse der Öffentlichkeit, angesichts der gestiegenen Kosten aufgrund der Energiekrise, die einen Großteil des Budgets für öffentliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen“, hieß es in einer Erklärung.

Es ist das erste Mal seit 1991, dass Nordmazedonien nicht an dem Wettbewerb teilnimmt.

Die westlichen Balkanstaaten, die zu den ärmsten Ländern Europas gehören, stehen angesichts steigender Energiepreise und Lebenshaltungskosten, einschließlich Lebensmitteln und lebensnotwendiger Güter wie Kraftstoff, unter zunehmendem Druck. Die Regierungen stehen ebenfalls unter Druck, die Schwächsten der Gesellschaft zu unterstützen und Mittel zum Ausgleich von Energie- und Lebensmittelkosten bereitzustellen.

Nordmazedonien hat zusammen mit Albanien und Serbien die Europäische Union gebeten, einzugreifen und finanzielle Unterstützung für ihre Bürger:innen bereitzustellen, bisher wurde jedoch keine Initiative angekündigt.

Die Nachbarländer Albanien und Serbien haben bislang keine Ankündigung bezüglich ihrer Teilnahme gemacht und alle anderen EU-Länder scheinen, zumindest aktuell, weiter mit einer Teilnahme zu planen.