Auseinandersetzungen bei Räumung von Flüchtlingslager in Athen

Polizei und Migrant:innen gerieten am Donnerstag aneinander, als die griechischen Behörden die Räumung eines der letzten Flüchtlingslager in Athen einleiteten, wie Beamte mitteilten. Videos zeigen, wie die Behörden Tränengas und eine Blendgranate einsetzen.

AFP
Refugees and migrants take part in a protest in Athens
Eleonas war das erste Lager, das auf dem griechischen Festland eingerichtet wurde. 2015 ging es in Betrieb. [EPA/SIMELA PANTZARTZI]

Polizei und Migrant:innen gerieten am Donnerstag aneinander, als die griechischen Behörden die Räumung eines der letzten Flüchtlingslager in Athen einleiteten, wie Beamte mitteilten. Videos zeigen, wie die Behörden Tränengas und eine Blendgranate einsetzen.

Der Räumungsversuch des Flüchtlingslagers Eleonas, in dem rund 670 Flüchtlinge und Migrant:innen untergebracht sind, begann gegen 5:00 Uhr morgens Ortszeit.

Die Polizei entfernte Barrikaden, die Einwohner vor den Toren des Lagers in Vorbereitung auf die Räumungsaktion errichtet hatten.

Migrant:innen und Aktivist:innen prallten auf die Bereitschaftspolizei, die Tränengas und eine Blendgranate einsetzte, um die Demonstrant:innen zurückzudrängen, wie Aktivist:innen auf Videos dokumentieren.

Migrationsminister Notis Mitarachi teilte am Donnerstag auf Twitter mit, dass die Regierung „mit der Schließung des Lagers Eleonas“ fortfahren werde, da das Gebiet aufgewertet werden solle und in anderen Gebieten noch Plätze frei seien.

„Leider versucht eine kleine Gruppe von Migrant:innen und deren Unterstützer:innen, den Umzug zu stören“, sagte Mitarachi.

Viele der Bewohner zögern, das Lager in der Nähe des Athener Zentrums zu verlassen, da dort relativ gute Lebensbedingungen herrschen und es den Menschen im Gegensatz zu anderen Lagern möglich ist, sich ungehindert zu bewegen.

Die Behörden erklärten am Donnerstag, dass es ihnen gelungen sei, nur ein paar Dutzend Menschen umzusiedeln, die meisten in das letzte verbleibende Lager in Athen am Stadtrand.

Ein Beamter des Migrationsministeriums sagte gegenüber AFP, dass alle Migrant:innen dem Transfer zugestimmt hätten und dass der Umsiedelungsprozess aus Eleonas bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein werde.

Eleonas war das erste Lager, das auf dem griechischen Festland eingerichtet wurde. 2015 ging es in Betrieb.

Politiker:innen aus aller Welt haben über die Zeit das Lager besucht, um sich ein Bild von der Lage der Migrant:innen in Griechenland zu verschaffen, darunter der ehemalige französische Präsident François Hollande und die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola.

Griechenland ist das Ankunftsland vieler Menschen, die aus Afrika und dem Nahen Osten fliehen, um ein besseres Leben in der Europäischen Union zu finden.

Tausende gelangen über die Türkei nach Griechenland, über den schmalen und gefährlichen Seeweg, der die beiden Länder trennt.

Wohltätigkeitsorganisationen haben Athen vorgeworfen, Migranten:innen auf illegale Weise abzuschieben – was die konservative Regierung Griechenlands bestreitet.