Artensterben: Wissenschaftler schlagen Alarm [DE]

In einer gemeinsam veröffentlichen Erklärung in der Zeitschrift Nature warnen 19 führende Wissenschaftler vor einem “katastrophalen Artensterben“. Sie verlangen die Gründung eines UN-Ausschusses zum Schutze der Artenvielfalt.

In einer gemeinsam veröffentlichen Erklärung in der Zeitschrift Nature warnen 19 führende Wissenschaftler vor einem “katastrophalen Artensterben“. Sie verlangen die Gründung eines UN-Ausschusses zum Schutze der Artenvielfalt.

Wissenschaftler warnen davor, dass die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die Auswirkungen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung das Aussterben von Pflanzen- und Tierarten um das 100 bis 1.000-fache beschleunigen könnten.

„Wir befinden uns auf der Schwelle einer ernsten Krise in der biologischen Vielfalt“, betonen die 19 führenden Wissenschaftler in ihrer am 19. Juli in der Zeitschrift Nature veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Zu den Wissenschaftlern gehören unter anderem Georgina Mace, wissenschaftliche Leiterin des Institute of Zoology in London, und Dr. Robert Watson, leitender Wissenschaftler der Weltbank.

„Fast alle Aspekte der Vielfalt sind von starkem Rückgang betroffen und eine große Anzahl von Arten wird es aller Wahrscheinlichkeit nach im nächsten Jahrhundert nicht mehr geben. Trotz dieser Tatsachen, wird [die Bedeutung der] Artenvielfalt immer noch häufig unterschätzt und ihr wird zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet,“ schreiben die Autoren.

Sie fordern dringend die Einsetzung eines internationalen Gremiums unter Leitung der Vereinten Nationen. Die Aufgabe dieses Organs sollte darin bestehen, die Regierungen bei dem Schutze der natürlichen Ökosysteme der Welt zu unterstützen. Das Gremium sollte um wissenschaftlichen Konsens bemüht sein und nach geeigneten politischen Lösungen suchen.

Die EU hat as Artensterben als zweitgrößte Herausforderung in der Umweltpolitik identifiziert, nach dem Klimawandel. Im Mai dieses Jahres wurde ein Handlungsplan vorgestellt, der helfen soll, Zuständigkeiten innerhalb der EU zu klären (23. Mai 2006). Bereits existierende EU-Initiativen, wie das Informationssystem Natura 2000 – Netzwerk für Naturschutz, konnten die erwünschten Resultate bisher nicht erbringen, wie die Kommission einräumte.