Angst vor Atomunfall: Dänemark kauft 2 Millionen Jodtabletten

Die Gesundheitsbehörde stockt ihren Vorrat an Jodtabletten auf Empfehlung der Katastrophenschutzbehörde des Landes auf, die einen nuklearen Zwischenfall in der unmittelbaren Umgebung Dänemarks fürchtet.

EURACTIV.com
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Die dänische Gesundheitsbehörde hat in einer Erklärung mitgeteilt, dass zwei Millionen Jodtabletten für den Fall eines schwerwiegenden Atomunfalls in Dänemark beschafft werden sollen. [Shutterstock/luchschenF]

Die Gesundheitsbehörde stockt ihren Vorrat an Jodtabletten auf Empfehlung der Katastrophenschutzbehörde des Landes auf, die einen nuklearen Zwischenfall in der unmittelbaren Umgebung Dänemarks vorhersagt, berichtet der Fernsehsender TV2.

Die dänische Gesundheitsbehörde hat in einer Erklärung mitgeteilt, dass zwei Millionen Jodtabletten für den Fall eines schwerwiegenden Atomunfalls in Dänemark beschafft werden sollen.

Im Falle eines „Unfalls in einem Kernkraftwerk in der Nähe Dänemarks oder eines Unfalls eines nuklear betriebenen Schiffes in dänischen Gewässern“ will die Gesundheitsbehörde bereit sein.

Die Jodtabletten werden für die Behandlung von Risikogruppen wie Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren, scheidendem Gesundheits- und Notfallpersonal bis einschließlich 40 Jahren sowie schwangeren und stillenden Frauen eingesetzt.

„Die Erfahrungen mit dem Coronavirus in den vergangenen zwei Jahren haben uns gezeigt, dass es wichtig ist, vorbereitet zu sein. Der Krieg in der Ukraine hat uns gezeigt, dass die Welt unberechenbar ist“, erklärten die Behörden und bestätigten, dass die erste Ladung Jodtabletten innerhalb von zwei bis drei Monaten von dänischen Produktionsapotheken geliefert werden soll.

Die Kämpfe in der Nähe der ukrainischen Kernkraftwerke in den letzten Monaten haben die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) veranlasst, ernsthafte Bedenken über einen Atomunfall zu äußern.

Besonders besorgt ist die IAEO über die Lage in Zaporizhzhya, dem größten Kernkraftwerk Europas, das von russischen Streitkräften eingenommen wurde, die in der Nähe der Anlage feuerten und Teile der Gebäude beschädigten. Es gab jedoch keine Berichte über Schäden an kritischen Anlagen, so die IAEO in einer Pressemitteilung.

Das Kernkraftwerk Tschernobyl stand auch im Mittelpunkt der Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine. Dänische Expert:innen erklärten jedoch, dass trotz der Berichte über die zunehmende Strahlung in dem Gebiet kein Grund zur Sorge über eine größere Nuklearkrise in der Tschernoby-Anlage bestehe.