Angriff auf Medien: Slowakischer Finanzminister will Journalisten ausmerzen
Der Finanzminister versprach, dass er im Rahmen des öffentlichen Dienstes darauf hinarbeiten werde, Journalisten, die er als korrupt ansieht, auszusortieren.
Finanzminister und ehemaliger Premierminister Igor Matovič greift wieder den unabhängigen Journalismus an: Er versprach, dass er im Rahmen des öffentlichen Dienstes darauf hinarbeiten werde, Journalisten, die er als korrupt ansieht, auszusortieren.
Matovič, dessen Angriffe auf Journalisten sich in letzter Zeit verschärft haben, sprach in einer Radio-Talkshow über die Medien und den Journalismus.
Auf die Frage nach seinen früheren Äußerungen über slowakische Journalisten, die „für 500 Euro gekauft werden können“, sagte er, er werde Journalisten, die er für korrupt hält, im Interesse des „öffentlichen Dienstes“ ausmerzen.
Matovič ist bekannt dafür, dass er Medien angreift. In einer Rede vor dem Nationalrat, als er mit einem Misstrauensvotum konfrontiert war, bezeichnete der Minister Journalisten als „progressive Faschisten“ und sagte, dass auch Hitler Journalisten hatte, die für ihn arbeiteten und ihm „blind folgten“.
„Er verglich die Kritik der Presse mit einer faschistischen Diktatur und verglich sich selbst mit den Opfern des Holocausts. Hitler ermordete Millionen von Menschen wegen ihrer Herkunft und ihres Glaubens“, schrieben die Chefredakteure mehrerer Medien, darunter EURACTIV Slowakei, als Reaktion auf die Kommentare des Ministers.
„Matovič ist kein Opfer oder ein Mann, der in Lebensgefahr schwebt. Er ist nur ein weiterer Politiker, der der Öffentlichkeit nicht dient und lügt“.
In einem weiteren Angriff auf die slowakischen Medien schrieb der Minister einen beleidigenden Facebook-Post, in dem er Matúš Kostolný, den Chefredakteur von Denník N., angriff.
Obwohl Matovič häufig den ermordeten Journalisten Ján Kuciak als Beispiel für andere anführt, wiesen sieben internationale NGOs, darunter das International Press Institute und Reporter ohne Grenzen, in einer Erklärung, in der sie Matovičs Rhetorik verurteilten, auf andere jüngste Angriffe hin.
„Diese Kommentare überschreiten eindeutig die Grenzen legitimer Kritik und stellen inakzeptable Angriffe auf den unabhängigen Journalismus dar“, heißt es in der Erklärung.