Angesichts der Weltölkrise fordert die IEA dazu auf, Autofahrten zu reduzieren und die Tempolimits zu senken

Der Straßenverkehr steht im Fokus, da etwa 45 % des weltweiten Ölbedarfs davon abhängen. Die Internationale Energieagentur weist zudem darauf hin, dass der Flugverkehr seinen Treibstoffverbrauch senken muss.

EURACTIV.com
Traffic Jam At Autobahn A3 Ahead Of Easter Holiday Week
Weniger Autofahren ist angesagt. [Foto: Ying Tang/NurPhoto via Getty Images]

Die Internationale Energieagentur (IEA) empfahl am Freitag, Pendler dazu zu bewegen, auf das Auto zu verzichten, und Autofahrer, ihre Geschwindigkeit zu drosseln, da der Krieg im Iran die Energiemärkte erschüttert, indem er die weltweite Ölversorgung einschränkt.

„Der Krieg im Nahen Osten führt zu einer schweren Energiekrise“, warnte IEA-Chef Fatih Birol am Freitag. Unter Hinweis auf „die größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“ warnte der türkische Energieökonom, dass „die Auswirkungen auf die Energiemärkte und Volkswirtschaften immer schwerwiegender werden“, sofern keine Lösung gefunden wird.

Die in Paris ansässige zwischenstaatliche Organisation – deren Hauptziel es ist, ihren (vorwiegend westlichen) Mitgliedern einen sicheren Zugang zu Energieversorgungen zu gewährleisten – gab zehn Empfehlungen ab, um den Kraftstoffverbrauch rasch zu senken und den Druck auf die Preise zu mindern.

Fokus auf Autos

Der Straßenverkehr steht im Fokus, da etwa 45 % des weltweiten Ölbedarfs davon abhängen. Die Behörden sollten die Menschen dazu ermutigen, von zu Hause aus zu arbeiten, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und die Nutzung privater Fahrzeuge in Städten zu reduzieren, beispielsweise durch Kennzeichenrotationssysteme, die manchmal zur Bekämpfung von Smog eingesetzt werden.

Die Menschen sollten sparsamer fahren, zum Beispiel durch Carsharing, während Unternehmen die Nutzung ihrer Firmenflotten optimieren sollten, um den Dieselverbrauch zu senken, so die IEA.

Neben diesen Sofortmaßnahmen empfahl die Agentur den Regierungen zudem, strukturellere und langfristige Lösungen zu prüfen, wie etwa die Förderung der Verbreitung von Elektrofahrzeugen – auch wenn sie diesen Punkt im Bericht eher versteckt hielt, anstatt ihn unter ihren zehn kurzfristigen Vorschlägen hervorzuheben.

Von der Küche bis in die Lüfte

Was die Agentur hingegen hervorhob, war die Notwendigkeit, den Betrieb von Autos mit Flüssiggas (LPG) – das oft zum Kochen verwendet wird – zu vermeiden, da diese Modelle auch mit Benzin betrieben werden können. Um dies zu erreichen, könnten Regierungen die LPG-Steuer an Tankstellen erhöhen, schlug die IEA vor.

Gleichzeitig sollte die Nachfrage nach LPG als Kochbrennstoff gesenkt werden, indem Haushalte dazu bewegt werden, auf sauberere Alternativen wie Elektroherde umzusteigen, fügte sie hinzu.

Der Flugverkehr steht ebenfalls im Fokus: Reisende sollten Alternativen zum Flugzeug wählen, und Unternehmen sollten ihre Geschäftsreisen einschränken, so die IEA.

Die petrochemische Industrie könne den Druck auf die Energiepreise ebenfalls verringern, indem sie vor Ort am leichtesten verfügbare Erdölrohstoffe nutze, heißt es in dem Bericht.

„Durch schnelle Wartungskontrollen können einzelne Industrieanlagen den Gesamtölverbrauch in ihren Prozessen kurzfristig oft um bis zu 5 % senken“, lautet das Fazit des IEA-Berichts.

(rh, aw)