Albanien verteidigt Kosovo in diplomatischer Krise mit Serbien

Der albanische Premierminister Edi Rama unterstützte am Montag (1. August) während einer Pressekonferenz mit dem spanischen Premierminister Pedro Sanchez die Entscheidung des Kosovo, Maßnahmen gegen Serbien zu ergreifen.

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Spanish Prime Minister Sanchez visits Albania
Rama erklärte auch, dass die Entscheidung Spaniens, die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anzuerkennen, angesichts der Geschichte des Landes verständlich sei und nicht als Diskriminierung gegenüber den Albaner:innen zu werten sei. [EPA-EFE/MALTON DIBRA]

Der albanische Premierminister Edi Rama unterstützte am Montag (1. August) während einer Pressekonferenz mit dem spanischen Premierminister Pedro Sanchez die Entscheidung des Kosovo, Maßnahmen gegen Serbien zu ergreifen.

„Die gestrigen Ereignisse spiegeln die schwierigen Beziehungen [zwischen Serbien und dem Kosovo] wider, aber die Umsetzung des in Brüssel erzielten Abkommens ist das Recht und die Pflicht des Kosovo und ich unterstütze die Regierung des Kosovo zu 100 Prozent, ebenso wie ich Premierminister Kurti zu seinem Sinn für Selbstbeschränkung und dazu gratuliere, dass er auf die Verbündeten gehört hat, die einen Aufschub vorgeschlagen haben“, sagte Rama.

Im Juni kündigte die Regierung von Albin Kurti an, dass sie gegenseitige Maßnahmen für Reisende aus Serbien in den Kosovo gelten werde, einschließlich der Forderung nach zusätzlichen Reisedokumenten und dem Austausch serbischer Nummernschilder gegen vorübergehende kosovarische Platten. Diese Maßnahmen entsprechen den Anforderungen, die für Reisende aus dem Kosovo nach Serbien gelten.

Gestern Abend verschob der Kosovo jedoch die Umsetzung der Maßnahmen aufgrund der Spannungen im Norden des Landes und auf Ersuchen von Vertreter:innen der EU und der USA.

„Die Regierung des Kosovo hat das Recht und die Pflicht, Vereinbarungen umzusetzen und ihre territoriale Souveränität und Unabhängigkeit geltend zu machen“, so Rama zu der Situation. Gleichzeitig forderte er den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic auf, den Konflikt mit den ethnischen Serb:innen im Norden des Kosovo nicht weiter zu schüren.

Rama erklärte auch, dass die Entscheidung Spaniens, die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anzuerkennen, angesichts der Geschichte des Landes verständlich sei und nicht als Diskriminierung gegenüber den Albaner:innen zu werten sei.

„Die einseitige Unabhängigkeitserklärung verstößt gegen das Völkerrecht“, bekräftigte Sanchez, nachdem er am Samstag bei seinem Besuch in Belgrad eine ähnliche Erklärung abgegeben hatte.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte die Unabhängigkeit des Kosovo im Juli 2010 für rechtmäßig erklärt.

Spanien gehört zu den fünf Ländern der Europäischen Union, die den Kosovo noch nicht anerkannt haben. Dazu gehören auch Rumänien, die Slowakei, Zypern und Griechenland.