Albanien kündigt autofreie Tage wegen Energiepreisen an

Im Kampf gegen die steigenden Treibstoffpreise und zur Besänftigung der Bürger hat die albanische Regierung angekündigt, dass ab dem 3. April in jeder Stadt des Landes am ersten Sonntag des Monats ein autofreier Tag eingeführt wird.

EURACTIV.com with exit.al
89761182_10163009699820521_185376779974737920_n
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine haben die Kraftstoffpreise in Albanien, einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von 5 Euro pro Tag lebt, die Marke von 2 Euro pro Liter überschritten. [Alice Taylor]

Im Kampf gegen die steigenden Treibstoffpreise und zur Besänftigung der Bürger hat die albanische Regierung angekündigt, dass ab dem 3. April in jeder Stadt des Landes am ersten Sonntag des Monats ein autofreier Tag eingeführt wird.

Diese Ankündigung erfolgt inmitten der weltweiten Energie- und Kraftstoffkrise, die Albanien – eines der ärmsten Länder Europas – hart getroffen hat. Die immer weiter ansteigenden Energiepreise in Albanien, die inzwischen zu den höchsten in ganz Europa gehören, haben zu seit Wochen andauernden, landesweiten Proteste geführt.

„Leider bekommen wir die Energiekrise unterschiedslos zu spüren. Die jüngsten Ereignisse haben die gesamte Weltwirtschaft und die Finanzen jeder Familie in Schwierigkeiten gebracht, und die Folgen sind auch in unserem Land zu spüren“, sagte Tourismusministerin Mirela Kumbaro bei der Bekanntgabe der Nachricht am Donnerstag (25. März).

„Wir müssen den Autoverkehr so weit wie möglich reduzieren, und wenn wir es schon nicht vermeiden können, das Auto täglich anzuschmeißen, dann doch wenigstens am Feiertag. Deshalb starten wir den Plan für den autofreien Tag am ersten Sonntag eines jeden Monats“, fügte sie hinzu.

Kumbaro fügte noch hinzu, dass die Maßnahme nicht nur dazu dient, Geld für Kraftstoff zu sparen, sondern auch der Umwelt zugute kommt.

„Das sind konkrete Verpflichtungen, die unser Leben verbessern“, sagte die Ministerin und ergänzte: „Ich lade jeden von Ihnen ein, in Ihren Städten Partner dieser Initiative zu werden: für das Sparen, für eine sauberere Umwelt, für die Gesundheit.“

Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine haben die Kraftstoffpreise in Albanien, einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von 5 Euro pro Tag lebt, die Marke von 2 Euro pro Liter überschritten.

Dies und der Anstieg der Lebensmittelpreise um bis zu 40 Prozent führten zu großen Protesten im ganzen Land, die sich über eine Woche erstreckten. Die Forderungen der Demonstrant:innen, Steuern zu senken und die Mehrwertsteuer auszusetzen, wurden von der Regierung abgelehnt. Stattdessen wurde ein Gremium zur Preisüberwachung und -festsetzung eingerichtet.

Unternehmen, die die Marktpreise missachten, müssen mit Geldstrafen und möglicherweise mit dem Entzug ihrer Lizenz rechnen.

Am Montag (21. März) ordnete die Regierung die Schließung aller Schulen und staatlichen Einrichtungen für einen Tag an, um Strom zu sparen.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]