797 Millionen Euro EU-Kartellstrafe gegen Meta

Die EU-Kommission hat gegen Meta eine Geldstrafe in Höhe von 797,72 Millionen Euro verhängt. Mit der Verknüpfung von Facebook Marketplace mit der gleichnamigen Social-Media-Plattform wird dem Unternehmen vorgeworfen, gegen das Kartellrecht zu verstoßen.

EURACTIV.com
Facebook services, apps down for tens of thousands worldwide
Meta erklärte, es werde gegen die Entscheidung Berufung einlegen, da die Kommission nicht nachgewiesen habe, dass die Praktiken des Unternehmens den Wettbewerbern schaden. [EPA-EFE/ANDREJ CUKIC].]

Die EU-Kommission hat gegen Meta eine Geldstrafe in Höhe von 797,72 Millionen Euro verhängt. Mit der Verknüpfung von Facebook Marketplace mit der gleichnamigen Social-Media-Plattform wird dem Unternehmen vorgeworfen, gegen das Kartellrecht zu verstoßen.

Mit der Entscheidung vom Donnerstag (14. November) untermauert die EU ihr Vorgehen gegen Plattformen von Internetriesen, mit Untersuchungen und Geldbußen unter anderem in den Bereichen Inhaltsmoderation und Wettbewerb.

Nachdem die Kommission zu dem Schluss gekommen war, dass Facebook auf dem Markt für „persönliche soziale Netzwerke“ sowie auf den nationalen EU-Märkten für Online-Werbung eine beherrschende Stellung einnimmt, nannte sie zwei Hauptgründe für die Geldbuße.

Erstens verschafft die Integration der Marketplace-Plattform – des Kleinanzeigen-Dienstes von Facebook – in die sozialen Medien dem Unternehmen einen „erheblichen Vertriebsvorteil, mit dem die Wettbewerber nicht mithalten können“, erklärte die Kommission.

Zweitens erlege Facebook konkurrierenden Kleinanzeigen-Diensten „unfaire Handelsbedingungen“ auf – im Wesentlichen nutze Facebook Daten aus diesen Anzeigen, um den eigenen Marketplace zu begünstigen.

In einer Mitteilung am Donnerstag (14. November) erklärte Meta daraufhin, es werde gegen die Entscheidung Berufung einlegen, da die Kommission nicht nachgewiesen habe, dass die Praktiken des Unternehmens den Wettbewerbern schaden.

Meta focht insbesondere die Gründe für die Geldbuße an. Das Unternehmen erklärte, dass Facebook-Nutzer wählen können, ob sie mit der Marketplace-Plattform interagieren möchten. Außerdem habe Meta, laut eigener Angabe, keine Daten seiner Konkurrenten zum Vorteil von Facebook Marketplace verwendet.

Etwa 40 Prozent der 3,07 Milliarden monatlich aktiven Facebook-Nutzer kaufen auf dem Marketplace ein, fand eine im September von Capital One Shopping veröffentlichten Studie heraus.

Die Kommission leitete 2021 eine Untersuchung der Praktiken von Facebook Marketplace ein und beschuldigte Meta schließlich im Dezember 2022 in einer Mitteilung der Beschwerdepunkte des wettbewerbswidrigen Verhaltens.

Das Unternehmen gab in ihrer Mitteilung an, dass Facebook Marketplace 2016 als Reaktion auf die „Nachfrage der Verbraucher“ eingeführt wurde. Seitdem hat Meta auch die Dienste Instagram und Messenger Shopping auf den Markt gebracht.

Die Entscheidung und die nächsten Schritte werden auf großes Interesse stoßen, nicht nur bei Meta, sondern auch bei anderen Unternehmen, sagte eine Person bei Meta gegenüber Euractiv, die es ablehnte, in der laufenden Angelegenheit namentlich genannt zu werden.

[Bearbeitet von Martina Monti/Kjeld Neubert]