4.000 albanische Unternehmen bereits bankrott infolge von Inflation

Seit Juni 2021 haben durchschnittlich 15 albanische Unternehmen pro Tag geschlossen. Grund dafür sind die steigenden Preise und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die während der Corona-Pandemie entstanden sind und durch den Krieg in der Ukraine weiter verschärft wurden.

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Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Unternehmen haben zwischen Juni und Dezember 2021 3.228 Unternehmen geschlossen. Weitere 924 machten von Januar bis Mitte März zu, was einem Durchschnitt von 15 pro Tag entspricht. [Shutterstock/SERSOLL]

Seit Juni 2021 mussten durchschnittlich 15 albanische Unternehmen pro Tag schließen. Grund dafür sind die steigenden Preise und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die während der Corona-Pandemie entstanden sind und durch den Krieg in der Ukraine weiter verschärft wurden.

Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Unternehmen haben zwischen Juni und Dezember 2021 3.228 Unternehmen geschlossen. Weitere 924 machten von Januar bis Mitte März zu, was einem Durchschnitt von 15 pro Tag entspricht.

Laut dem Leiter des Kleinunternehmerverbandes, Albert Nasto, fing die Situation während der Pandemie an und die von der Regierung angebotene Hilfe reichte nicht aus, um viele kleine Unternehmen über Wasser zu halten.

„Länder wie der Kosovo haben 1,9 Prozent des BIP für kleine Unternehmen zur Verfügung gestellt, während Serbien 4,6 Prozent zur Verfügung gestellt hat, zusätzlich zur Senkung der lokalen Tarife“, sagte Nasto gegenüber Euronews.

Er fügte hinzu, dass der Krieg in der Ukraine zu einem weiteren Anstieg der Strom- und Kraftstoffpreise geführt habe, was wiederum vielen angeschlagenen Unternehmen den Todesstoß versetze.

Nasto erklärte, man müsse sich bemühen, die Korruption zu bekämpfen und die lokalen Steuern zu senken. Außerdem sollte es stabile Steuergesetze geben, denn das Steuersystem hat sich in den letzten drei Jahrzehnten rund 80 Mal geändert.

Kraftstoffobergrenzen sind sinnlos

Inzwischen hat die kürzlich eingerichtete Transparenzbehörde den Dieselpreis für die kommenden Tage auf 245 Lek (2 Euro) pro Liter und den Gaspreis auf den Rekordwert von 110 Lek (0,90 Euro) pro Liter festgesetzt.

Die Transparenzbehörde wurde von Premierminister Edi Rama eingerichtet, nachdem Tausende von Albaner:innen auf die Straße gegangen waren, um gegen den noch nie dagewesenen Anstieg der Kraftstoffpreise zu protestieren.

Das Gremium entscheidet alle drei Tage über die Kraftstoffpreise an den Zapfsäulen. Unternehmen, die sich nicht an die Preise halten, müssen mit Geldstrafen und der Schließung ihrer Geschäfte rechnen.

Der von der Behörde am Samstag, dem 26. März, festgesetzte Preis liegt jedoch nur knapp 5 Lek (0,04 Euro) unter dem Höchstpreis von 250 Lek, der am Mittwoch, dem 9. März, verzeichnet wurde.

Dies entspricht einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Preis von 192 Lek am vergangenen Mittwoch (1,51 Euro) und einem Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis von 171 Lek im Jahr 2021 (1,35 Euro).

Diese Preiserhöhungen spiegeln nicht den tatsächlichen Anstieg der Ölkosten auf dem Markt wider. Da im Laufe des heutigen Tages eine weitere Revision ansteht, ist zu befürchten, dass der Preis erneut steigen wird, was die Geschäftstätigkeit der Unternehmen weiter behindern und die Einkaufspreise in die Höhe treiben wird.